Erektionsprobleme

Wie häufig sind Erektionsprobleme?

Erektionsprobleme treten typischerweise ab dem 40. Altersjahr auf, aber auch jüngere Männer sind heute oft von Erektionsproblemen betroffen. Die Ursachen der Erektionsprobleme sind vielfältig.

In den westlichen europäischen Ländern treten Erektionsstörungen bei rund 5 bis 10 % der männlichen Bevölkerung auf. Ab dem 40.

Lebensjahr steigt die Häufigkeit von Erektionsstörungen um je 5 bis 10 % pro Dekade. Bei 80-Jährigen liegt die Häufigkeit durchschnittlich bei etwa 40 %.

Lebensstil und Erektionsprobleme

Ein gesunder Lebensstil ist im Allgemeinen immer ein guter Rat, nicht nur wenn man Erektionsprobleme hat. Aber was bedeutet ein gesunder Lebensstil im Hinblick auf Erektionsstörungen genau?

Im Grunde genommen ist ein sogenannter gesunder Lebensstil die Prävention von Krankheitszuständen, die einer gut funktionierenden Erektion im Wege stehen.

Einblicke

Essen
Sport
Rauchen
Übergewicht
Diabetes
Stress
Die Andropause und die Erektion

Essen

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Gesundes Essen soll demnach präventiv gegen das Auftreten von Erektionsstörungen wirken. Aber wie? Die Antworten sind alles andere als einfach. Ein sogenanntes gesundes Essen beruht auf einer ausgewogenen Ernährung, wie sie nach der Ernährungspyramide propagiert wird.

Ausreichendes Trinken, viel Gemüse, viele Früchte, Salate, Kohlenhydrate in Form von Reis, Kartoffeln und Teigwaren, genügend tierische Eiweisse in Form von Milch, Eiern und Fleisch sowie nur wenig Alkohol und leicht verwertbare Kohlenhydrate in Form von Zucker bilden die Grundlage einer gesunden Ernährung.

Sport

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Der Mensch ist so gebaut, dass er sich pro Tag mehrere Stunden bewegen sollte. Deshalb ist Bewegung in Form von Sport ebenfalls einer der Grundpfeiler eines gesunden Lebensstils. Mindestens ½ bis 1 h pro Tag an körperlicher Ertüchtigung sollte es schon sein. Im Hinblick auf Erektionsstörungen ist es wichtig, dass die Funktion der Arterien und Venen, die zum Penis führen, aufrechterhalten wird.

Aktivitäten, bei denen vor allem die Beine intensiv bewegt werden (Laufen, Velofahren, Schwimmen usw.), sind mit Bezug auf die Funktion der Erektion sehr wichtig. Mit einer regelmässigen aeroben sportlichen Tätigkeit, wie eben erwähnt, werden die Arterien über Jahre bis ins hohe Alter elastisch gehalten.

Rauchen

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Raucher leiden besonders häufig unter anderem auch an Erektionsstörungen. Die Ursache steht erwiesenermassen in direktem Zusammenhang mit dem Nikotinkonsum. Das Nikotin im Zigarettenrauch ist in der Tat ein Nervengift und beeinflusst die Blutgefässe direkt, indem es eine Gefässverengung verursacht.

Darüber hinaus fördern die Tabakinhaltsstoffe über Jahre hinweg die Arteriosklerose, womit auch Durchblutungsstörungen im Bereich des Beckens und der Beine auftreten. Damit wird der Blutzufluss im Bereich des Penis vermindert, worauf auch Erektionsstörungen auftreten können.

Übergewicht

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Zu einem gesunden Lebensstil gehört es auch, dass man, wohlgemerkt über eine gesunde und ausgewogene Ernährung und Bewegung, die Entwicklung von Übergewicht und dessen Folgen verhindert.

Insbesondere ist auf ein gesundes Körpergewicht zu achten und dabei der übermässige Konsum von Kohlenhydraten und tierischen Fetten zu zügeln. Zu viele Kohlenhydrate und zu viele gesättigte Fette (tierische Fette) führen zu Fettablagerungen in Leber und Gefässwänden mit der Verengung der Gefässe (Arteriosklerose). Durchblutungsstörungen sind eine der wichtigsten Ursachen für Erektionsstörungen.

Diabetes

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Nicht selten führt Übergewicht auch zur Entwicklung eines Diabetes Typ 2 und selbstredend zu überhöhten Blutfettwerten. Erhöhte Blutfette und Diabetes führen zu Arteriosklerose und somit zu massiven Durchblutungsstörungen in den peripheren Blutgefässen.

Auch die Blutversorgung im Becken und Penis leidet darunter, womit auch Erektionsstörungen auftreten können.

Stress

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Wie wichtig die emotionale Komponente für die Erektion ist, zeigt sich im Falle von physischem und psychischem Stress. Stresssituationen am Arbeitsplatz können das Liebesleben stark beeinträchtigen.

Auch Depressionen oder bestimmte Medikamente (Antidepressiva) können über eine zentrale Dämpfung den nötigen Stimulus für eine funktionierende Erektion nehmen, auch wenn alle anderen Voraussetzungen für eine einwandfreie Funktion gegeben sind. Stress abbauen ist also eines der wichtigsten Gebote für eine einwandfreie Erektion.

Eine moderate physische Aktivität (Joggen, Laufen usw.) ist ein probates Mittel für den Stressabbau und gleichzeitig ein Faktor für den Erhalt der Gefässgesundheit.

Die Andropause und die Erektion

Anders als der Begriff der Menopause bei der Frau ist der Begriff der Andropause relativ neu und wird im medizinischen Jargon auch als Klimakterium virile bezeichnet. Ab dem 40. Altersjahr kann die Hormonproduktion (Testosteron) beim Mann so weit abnehmen, dass ähnlich wie bei der Frau verschiedene Symptome auftreten können. Aber anders als bei der Frau, wo die Östrogenproduktion mit dem Eintritt der Menopause abrupt abfällt, ist der Abfall der Testosteronproduktion beim Mann graduell.

Neben der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit, die langsam abnehmen, können auch Schlafstörungen, Depressionen sowie Herzklopfen auftreten und natürlich auch die Libido (Lust auf Sex) und die Potenz (Erektionsfähigkeit) mit dem Testosteronabfall nachlassen.

Obwohl die Samenproduktion in den Hoden nach wie vor funktioniert, kann die Zeugungsfähigkeit im Alter deutlich nachlassen, da die Qualität der Spermien und der Drüsensekrete in dieser Lebensphase abnimmt. Vielfach ist das Symptom der Erektionsstörung von Krankheiten begleitet, die es begünstigen. Es ist deshalb wichtig, dass man nicht nur die Erektionsstörung behandelt, sondern auch die begünstigenden Faktoren ausschaltet (Stress, Rauchen usw.).

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Die hormonelle Behandlung der Andropause

Naheliegenderweise wird auch der Einsatz von hormonellen Therapien zur Milderung der Andropause empfohlen. Hormone wie Testosteron können in niedrigen Dosierungen angewendet werden, jedoch nur unter strikter medizinischer Bewachung, denn Testosteron hat nicht nur positive Effekte auf den Organismus. Vor allem ist vor einer Testosteronbehandlung abzuklären, ob sich mögliche Tumoren in Prostata oder Hoden entwickeln könnten, denn Testosteron fördert die Zellteilung und könnte zur Tumorbildung führen.

Zur Unterstützung der Hodenfunktion kann auch das übergeordnete Hormon aus der Hirnanhangsdrüse verwendet werden. Physiologisch wird aus der Hirnanhangsdrüse das Lutealhormon (LH) sezerniert, welches die Entwicklung und Reifung der Hoden fördert und zudem auch die Testosteronproduktion in den Hoden stimuliert. Der Einsatz von Hormonen im Alter muss jedoch immer sehr wohl mit den Risiken, die mit jeder Hormontherapie eingegangen werden, abgewogen werden.

Die Andropause stoppen

Die Andropause kann mit einem gesunden Lebensstil erfolgreich hinausgezögert werden. Eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung, genügend Schlaf und wenig Alkohol gehören zu den einfachen Rezepten, um diesen Zerfallserscheinungen entgegenzuwirken.

Wichtig dabei ist es nicht nur, die Funktion des Kreislaufes mit aeroben Sportarten wie Laufen oder Velofahren aufrechtzuerhalten, sondern auch spezifisch die Muskelkraft mit entsprechenden Übungen zu fördern.

Kraft- und Ausdauersportarten führen durch den Trainingseffekt zu einer natürlichen Erhöhung von Testosteron und erhalten die Organe, die für eine Erektion notwendig sind, gesund.